Los geht’s!

Wie geht Erzählen in der virtuellen Welt? Wie viel Kontrolle über die Nutzer kann oder will man als Autor eines VR-Films haben? Wie fühlt sich Zeit in VR an und wie erzählt man sie eigentlich? Was ist das VR-Äquivalent eines Close-Ups und wie erzeugt man Emotionen und Spannung? Wie schneidet man am besten, schneidet man überhaupt? Was ist der Unterschied zwischen 360-Grad-Videos und Virtual Reality?

Diese Fragen stelle ich mir schon seit längerer Zeit. Und Ihr Euch vielleicht auch, da Ihr zu diesem Blog gefunden habt.

Wie fing alles an?

Mein Freund steckte mich vor rund einem Jahr mit seiner Begeisterung für seine damals neu erworbene HTC Vive an. Seitdem fuchtele ich freudig mit zwei schwarzen Controllern in der Hand und einem wuchtigen Kasten vor den Augen in unserem Wohnzimmer herum, springe zwischen Sofa und Fernseher hin und her (meistens ohne das ein oder andere zu treffen) und versuche, mich verzweifelt unter imaginären Steinen und Büschen zu verstecken, wenn etwas Böses auf mich zukommt (das passiert gar nicht mal so selten…). Am meisten dabei interessieren mich, die ich keine Gamerin bin und Angst habe vor allem, was auf mich schießt, mich beißen oder hauen will, spannende Inhalte: Filme, Reportagen und auch mal das ein oder andere Story-getriebene Spiel (ohne Monster). Das kommt sicher daher, dass ich beruflich in der Film- und Fernsehbranche tätig bin und mit Dokumentarfilmen, Dokumentationen und Webserien zu tun habe.

Gewöhnt an dieses etablierte Business dachte ich mir, als sich in meinem Kopf langsam die Fragen anfingen zu formen: „Kauf Dir ein Buch zu Storytelling in VR und lies Dich ein bisschen ein.“ Tja, da hatte ich mich aber gründlich verzettelt.

Ein aktuelles Buch zu Storytelling in VR?

Ich habe es nicht gefunden, noch nicht jedenfalls, es sind aber sicherlich schon ein paar auf dem Weg. Aber bereits jetzt finden sich im Internet eine Fülle an Videos, Artikel, Blogposts und Podcasts, die sich allesamt mit Virtual Reality beschäftigen und die unterschiedlichsten Schwerpunkte haben: von Journalismus über Gaming bis hin zur Technik und immer neuen Gadgets. Oft sind darunter auch Fragen zur Dramaturgie von VR-Erfahrungen und 360-Grad-Videos. Also fing ich an zu lesen, zu schauen, zu hören, Panels zu besuchen und mit Kollegen und Freunden zu sprechen. Schnell war klar: Das Thema der Erzähltechniken in VR beschäftigt viele Professionelle und das nicht erst seit Kurzem. So einige kluge und kreative Köpfe haben sich in den letzten Jahren ihre Gedanken gemacht und vor allem: praktisch ausprobiert!

Und trotzdem. Was ich nicht fand, war ein Ort, eine Website, wo all diese Erfahrungen und Weisheiten zu finden sind. Da ich ja nun bereits angefangen hatte, meinen Fragen nachzugehen – warum nicht auch darüber schreiben? Der Startschuss für VRgeschichten.de.

Im Bücherstapel versunken
Den Kopf in Büchern und VR-Brillen – mein Schreibtisch zuhause

Wir sind ganz am Anfang

Mittlerweile liegen überall zuhause kleine Notizzettel herum und mein Freund macht sich lustig über die immens große Anzahl geöffneter Tabs in meinem Browser. Aber meine Tabs erinnern mich jeden Tag mit sanftem Druck daran, was ich noch alles lesen, schauen und lernen will. Das dauert noch etwas, aber eines weiß ich jetzt schon: Das Storytelling in VR steckt noch in den Kinderschuhen! Mit der sich immer schneller entwickelnden VR-Technik wachsen auch die Möglichkeiten für neue Erzählformen und werden hoffentlich bald mehr Menschen zu begeistern wissen. Ein Blog kann im Gegensatz zu einem Buch flexibel auf neue Entwicklungen und Produkte eingehen und genau das habe ich vor: Zuerst werde ich meinen einigen meiner Fragen nachgehen, etwas grundsätzlicher über das Thema VR schreiben. Nach und nach möchte ich mich spezifischer mit einzelnen Fragen zum Storytelling auseinandersetzen, mir VR-Projekte genauer ansehen und mit möglichst vielen Kreativen aus der Praxis sprechen. Wenn man mich über die Schulter schauen lassen möchte, dann freue ich mich und komme vorbei. Bei all dem bin ich selbst auf der Suche und werde meine Kenntnisse im Laufe der Zeit immer mehr erweitern. Kommt mit mir auf diese Reise in die Welt der virtuellen Geschichten!

Mitmachen? Herzlich gerne

Wann immer Ihr Themenvorschläge oder Fragen habt, schreibt mir. Spannende Projekte? Ein VR-Film, den ich übersehen habe? Her damit. Auch über Gastbeiträge – englische wie deutsche – freue ich mich, wann immer Ihr Euch die Zeit dafür nehmen wollt. VRgeschichten.de soll zum Diskutieren und zum Austausch anregen.

In diesem Sinne: bis hoffentlich bald!

Eure Pola

Veröffentlicht von Pola Weiß

#Diplom-Psychologin #Filmtante #Kino-Binge-Gängerin #Fernseh- und Online-Redakteurin ## Ich liebe gut erzählte Geschichten, egal wo. Während meiner spannenden Arbeit als Medienarbeitsbiene (u.a. für SWR und arte) bin ich auf die unglaubliche Welt von Virtual Reality gestoßen. 2017 habe ich schließlich VR Geschichten gegründet und entdecke seitdem von Berlin aus die unendlichen VR Weiten.

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