Alles Theater? The Horrifically Real Virtuality und Umami bei Venice VR

Allmählich wird es kalt in Berlin. Und da denke ich gerne an unser lauschiges Fleckchen im sonnigen Venedig zurück: Beim Lazzaretto Vecchio trafen sich im September zum zweiten Mal VR- und AR-Professionelle aus der ganzen Welt. Im grünen Innenhof tranken Kreative, Enthusiasten, Kritiker, Investoren, Distributoren und Skeptiker in trauter Eintracht ihren morgendlichen Cappuccino und schwatzen vergnügt über die virtuellen Welten. Gesprächsthema Nummer 1: Wie sich Theater und VR in Venedig fanden.

Die Cappuccino-Schlange ist schon von Weitem sichtbar. Rund um den Innenhof stehen die Mauern eines Lazaretts aus dem Mittelalter. Wenn man genau hinsieht, kann man im Inneren des Gebäudes auch noch Inschriften der (meist todgeweihten) Patienten finden.

Gut Ding will Weile haben

Seit Wochen versuche ich, all die Eindrücke zusammen zu fassen. Mit größten Schwierigkeiten (wie ihr am Kalender ablesen könnt…). Denn es war einfach zu viel Schönes und Großartiges zu sehen. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber sagen, dass ich zwischenzeitlich auch auf den VR Days in Amsterdam war und sowieso ganz viel zu tun hatte. Unter anderem mit einem Artikel für den Rundbrief des Film- und Medienbüro Niedersachsen und als Gast bei einem spannenden Symposium der Fachhochschule Potsdam.

Nun aber erst noch einmal zurück nach Venedig.

Denn auch, wenn es schon etwas her ist: ich bin immer noch ein wenig stolz. Mit meinem „deutschen Sinn für Gründlichkeit“ – danke an die Vrodocast-Jungs für diese treffende Analyse – habe ich alle 30 VR-Erfahrungen des Wettbewerbs gesehen (und sogar noch ein paar mehr). Ziel geschafft!

Umso schwieriger war es, meine Highlights zusammen zu stellen. Nach mehreren schlaflosen Nächten, vielen vor einem leeren Bildschirm verbrachten Stunden, so einigen aus Versehen ausgerissenen Haaren und mehreren im Bett verbrachten „Denk“-Tagen (Danke an die Magen-Darm-Grippe…) hier nun endlich meine Top-Projekte. Teil 1!

Fangen wir mit einigen Installationen an. Sie haben mich umgehauen (und das wirklich nicht nur sprichwörtlich). Kaum verwunderlich, handelte es sich doch um die aufwendigsten Darbietungen, die nicht nur jede Menge Special Effects zu bieten hatten – sondern gleich noch ein paar Schauspieler.

The Horrifically Real Virtuality

The Horrifically Real Virtuality war die größte Installation bei Venice VR. Die DVgroup, eine Produktionsfirma aus Paris, hat mit solchen Projekten auch bereits Erfahrung: Regisseurin Marie Jourdren war letztes Jahr bereits für das Stück Alice – The Virtual Reality Play mitverantwortlich. Sie war übrigens auch in Amsterdam und hat auf der Konferenz ein wenig davon erzählt: Weil es etwas Ähnliches zuvor noch nicht gab, hatten sie sich für Alice kurzerhand ein neues Genre ausgedacht: das Immersive Theater-VR-Stück („immersive theatre VR play“).

Marie Jourdren stellt das Konzept des immersiven Theater-VR-Stücks in Amsterdam bei den VR Days vor.
Marie Jourdren stellt das Konzept des immersiven Theater-VR-Stücks in Amsterdam bei den VR Days vor.

Mit kurzen Bezeichnungen haben sie es also nicht so – was auch der Titel des neuen Stücks The Horrifically Real Virtuality zeigt, das ich in Venedig bewundern durfte. Bis heute schaffe ich es nicht, diesen Namen fehlerfrei aussprechen… Wer es besser kann, schicke mir bitte eine Tonaufnahme!

Die Klappe fällt

Weil ich mich so darauf gefreut hatte, war ich am Tag meines Termins recht früh vor Ort. Während ich da so mit ein paar anderen Mitspielern – insgesamt sollten wir zu sechst sein – wartete, gesellte sich ein junger Mann in einem schwarzen, ziemlich verrutschten Jackett zu uns. Wir stellten uns vor, Max sei er, sagte er mit einem  komischen Schulterzucken. Es war noch ziemlich früh und ich hatte noch nicht genügend Kaffee getrunken. Deswegen kam ich erst drauf, als jemand aus unserer Gruppe anfing zu kichern: Max war Teil des Theaterstücks, es ging los, noch bevor es los ging.

Max führte uns schließlich in einen düsteren Vorraum, wo er uns kurz die Geschichte erklären wollte. Doch der Arme hatte es wirklich schwer: Ständig wurde er von Leuten unterbrochen, die gestresst hinter Vorhängen hervorstürmten. „Für so etwas ist keine Zeit!“, „Kürz das mal ab.“, riefen sie. Irgendwann gab er auf und wir durften den zweiten Raum betreten. Dort standen wir mitten in einem Filmset, einem altertümlich eingerichteten Raum mit einem Sofa, einem Sessel und allerhand Trödel zur Dekoration.

Vor dem Sofa stand ein Schauspieler, der in einem Motion Capture-Anzug steckte und komische Grimassen schnitt – wohl für die kleine Kamera, die vor seinem Gesicht hing. Diesmal stand ich nicht ganz so lange auf der Leitung, denn ich warf in diesem Moment den Blick auf einen der beiden Bildschirme: Sie zeigten denselben Raum in Schwarz-Weiß, doch statt des Schauspielers fuchtelte darin ein alter Mann mit den Armen herum. Super, Spezialeffekte, dachte ich, bitte mehr davon.

Am Set von The Horrifically Real Virtuality. Die Zuschauer und Zuschauerinnen drehen live ihren eigenen Film. Der Schauspieler sieht darin aber ganz anders aus... ©DVgroup
Am Set von The Horrifically Real Virtuality. Die Zuschauer und Zuschauerinnen drehen live ihren eigenen Film. Der Schauspieler sieht darin aber ganz anders aus, wie man vorne am Bildschirm schon erahnen kann… ©DVgroup

Hübsch aussehen und Mund halten

Mein Wunsch wurde erfüllt: Auf einmal rannte der Regisseur in den Raum. Weil er so schrecklich unter Zeitdruck sei, erklärte er uns, müssten wir jetzt mithelfen. Aber dalli dalli. Und schon teilte er uns die Aufgaben zu. Eine Mitspielerin durfte die Kamera bedienen, ein anderer die Sound-Effekte steuern.

Und ich? Ich wurde an den Schultern direkt hinter die Kamera geschoben und sollte einfach nur da stehen. „Nichts sagen und dem Schauspieler in die Augen gucken“ war meine einzige Instruktion. Der stellte sich mir gegenüber in Position und gab alles, sobald „Action“ ertönte. Mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht schrie er meinen Namen, während er auf die Kamera (und mich) zuging und seinen Monolog spielte.

Was er sagte, weiß ich nicht mehr, da ich ein wenig perplex war. Ich verkörperte wohl seine von Alien entführte Ehefrau. Ob es an meinem Kaffee-Entzug lag, dass man mir nicht mehr Verantwortung zutraute? So gerne wäre ich die Kamerafrau gewesen! Naja, das nächste Mal mehr anstrengen. Anschließend zeigte man uns übrigens die frisch gedrehte Szene auf einem der Bildschirme. Auch wenn ich nicht zu sehen war (oder deswegen?): meisterhaft!

VR in VR im Theater

Nun wurde es aber allmählich Zeit fürs Kino. Wir mussten in einen weiteren Raum gehen, wo sich eines dieser alten Kartenschalter-Häuschen befand. Darin saß – welch freudiges Wiedersehen! – der gute Max. Wir bekamen alle eine rote Eintrittskarte von der Ticket-Rolle. Dann ging es ins Kino. Ein cleverer Übergang, denn um dorthin zu gelangen, mussten wir VR-Brillen anlegen.

Nun befanden wir uns in der virtuellen Welt. Wir standen, wer hätte das gedacht, vor einem prunkvollen Filmtheater. Alles war in Schwarz-Weiß wie in einem Stummfilm. Was nicht ins Bild der Zeit passte, waren wir selbst: Als ich an mir hinab sah, sah ich erst einmal nur eine Scheibe, die auf Höhe meiner Hüfte war. Dann schaute ich zu meinen Mitspielern, die in der VR als Avatare zu sehen waren. Und musste lachen. Wir sahen ganz schön dämlich aus: kleine, identisch aussehende Männer mit einer dicken Hornbrille und zwei kurzen Antennen auf dem Kopf.

Außerdem fehlten unsere Beine: Wo unsere Hüfte gewesen wäre, hatten wir eine Art UFO-Untertasse, auf der unser Oberkörper herumflog. Das hatte (vom französischen Humor einmal abgesehen) auch technische Gründe. Denn so konnte auf Tracker an den Füßen verzichtet werden, die für virtuelle Beine eigentlich gebraucht werden. Und so schwebten wir auf unseren Untertassen in den Kinosaal, nahmen Platz und kicherten noch einmal leise über unsere bizarre Erscheinung. Dann begann der Film.

In The Horrifically Real Virtuality gibt es insgesamt vier Welten. Irgendwann verliert man ein wenig den Überblick, Spaß macht es trotzdem. © DVgroup
In The Horrifically Real Virtuality gibt es insgesamt vier Welten. Irgendwann verliert man ein wenig den Überblick, Spaß macht es trotzdem… © DVgroup

Ab diesem Punkt wurde es ziemlich metaphorisch. Denn nach einigen Minuten im Kino flogen wir beinlos in die Leinwand hinein und betraten den Film. Es ging in eine andere Dimension, die sogenannte Real Virtuality. Mehr will ich aber gar nicht verraten, denn ich hoffe, ihr könnt The Horrifically Real Virtuality irgendwann selbst erleben.

Nur noch so viel: Besonders schön war, dass alle physischen Objekte in der virtuellen Welt echt waren. Genauso wie übrigens unser Freund, der Schauspieler Bela Lugosi (nicht der echte natürlich, der ist schon lange tot, aber sein „Geist“ war mit von der Partie). Er hatte am Ende noch einmal einen großen Auftritt und wir mussten ihm helfen, aus der schwarz-weißen Real Virtuality zu entkommen.

Insgesamt war es eine bemerkenswerte Erfahrung, eine schräge Hommage an Ed Wood, den „schlechtesten Regisseur aller Zeiten“ und seine Filme. Um alle Filmzitate zu verstehen, hätte ich seine bekanntesten – oder besser: berüchtigsten – Filme vorher vielleicht besser sehen sollen… Es ging aber auch so und es bleibt mir nur zu sagen: „PULL THE STRING! PULL THE STRING!“

Umami

Ganz anders war da Umami. Umami, das ist dieser so schwer zu definierende Geschmack von wohlschmeckend, würzig-salzig. In jedem Fall geht es um Nahrung. Mensch, super, dachte ich, und stürzte mich in die Installation. Was mich drinnen erwartete, hatte ich so nicht erwartet…

Doch springen wir ein paar Stunden zurück: Ich hatte in meinem so gründlich-deutschen Ehrgeiz schon wieder den ersten Termin des Morgens gebucht und stand Punkt 10 Uhr vor dem großen Kubus, in dessen Inneren die Installation aufgebaut war. Als ich so wartete, hörte ich lautes Klappern. An mir vorbei rannten Männer mit Leitern und in regelmäßigen Abständen brüllte irgendjemand „merde!“. Schnell klärte sich die Situation auf: Das Team von Umami war am Tag meines Besuches von einigen Schwierigkeiten geplagt.

Am Vorabend hatte ein schweres Unwetter über Venedig gewütet und die sensible Technik beschädigt. Es folgte am nächsten Morgen also der panische Versuch, alles zu reparieren, denn außer mir und anderen Besuchern wurde am gleichen Tag auch die Jury erwartet. Es sah gar nicht gut aus. Ich war unendlich traurig und verließ die Baustelle, um zu den nächsten VR-Projekten zu gehen. Doch als ich ein wenig später durch die Flure eilte, stand auf einmal Co-Regisseurin Landia Egal vor mir und schob mich kurzerhand in das Innere ihres weißen Würfels.

In Umami geht es um die Beziehung von Essen und Erinnerungen. Ganz so harmonisch geht es in der Installation allerdings nicht zu... © Tiny Planets
In Umami geht es um die Beziehung von Essen und Erinnerungen. Ganz so harmonisch geht es in der Installation allerdings nicht zu… © Tiny Planets

Denn sie wissen nicht, was sie getan haben

Dies mag ein Grund sein, weswegen ich innerlich so gar nicht vorbereitet war auf die Welt von Umami. Wieder wurde ich in einen winzigen Vorraum geführt. Kaum hatte sich die Tür geschlossen, stürmte schon jemand auf mich zu: ein Wärter. Moment, ein Gefängniswärter?! Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Er schrie mich an und deute auf einen orangefarbenen Kittel, der an einem Haken an der Wand hing. Anziehen, aber schnell! Ob mir eigentlich bewusst sei, welch Verbrechen ich begangen hätte? Ob ich diese Frau erkennen würde? Er zeigte auf Fotos, die an der Wand hingen. Das sei meine Ehefrau! Ich fing an zu stammeln, dass ich meine Frau sehr lieben würde – was soll man auch sonst sagen… Der Wächter schaute mich grimmig an. Ich selbst hätte sie doch eigenhändig ermordet, eröffnete er mir.

In diesem Moment ging ein Vorhang auf: Durch eine Glasscheibe hindurch sah ich in den Nachbarraum. Dort stand auf einem Podest ein Mann. Er trug die gleiche orange Jacke wie ich, auf seinem Kopf war eine VR-Brille, deren dickes Kabel an der Decke befestigt war. Ein zweiter Wächter schrie den Mann an: „Nimm deine Strafe, du Mörder“ – oder so ähnlich. Dann drückte er auf einen Knopf. Der Mann wurde erhängt.

Der einäugige Mann

Als nächstes brachten sie mich in den Raum. Ich musste mich an einen Tisch setzen und die VR-Brille aufsetzen – definitiv kein gutes Zeichen nach der Szene, die ich gerade gesehen hatte. Die ersten Bilder tauchten vor meinen Augen auf: Ich befand mich in VR in demselben Raum wie zuvor, allerdings in abstrakter, zweidimensionaler Grafik. An den Seiten fuhren auf Fließbändern Teller mit verschiedenen Speisen vorbei. Das kannte ich aus Sushi-Restaurants. Nach und nach schwebten Schüssel und Becher auf den Tisch vor mir, die ich physisch wie virtuell anfassen konnte. Darin befanden sich verschiedene Gerichte (unter anderem auch ein duftender Fisch).

Der einäugige Mann aus Umami isst köstliche japanische Speisen und erinnert sich an seine schmerzvolle Vergangenheit. © Tiny Planets
Der einäugige Mann aus Umami isst köstliche japanische Speisen und erinnert sich an seine schmerzvolle Vergangenheit. © Tiny Planets

Durch sie wurden „meine“ Erinnerungen geweckt, Bilder eines fremden Lebens mit einer Ehefrau, an Alltag, Glück und Kummer. Mal sprangen die Erinnerungen aus dem Gemüse, mal musste ich ein Küchlein drehen, um sie zu finden. Das Ganze glich einem schönen Traum, der aber nicht richtig wahr ist und droht, sich jeden Moment in einen Albtraum zu verwandeln. Zum Glück wurde es nicht gruselig, doch immer schwermütiger. Ich sah mein virtuelles Selbst im Spiegel, einen einäugigen, griesgrämigen Mann. Und mir dämmerte, dass ich wohl um das Erhängt-Werden nicht herum kommen würde. Es war meine Henkersmahlzeit.

Den Schluss erspar ich Euch. Das war nicht schön und ich habe auch ein ganz klein wenig geschrien. Zwar kann ich mich kaum noch an die Minuten danach erinnern, aber ich glaube, jemand reichte mir ein kleines Gläschen mit Sake in meine zitternden Hände. Vielleicht habe ich das aber auch nur geträumt – oder mir sehr stark gewünscht.

Was Proust mit Japan zu tun hat

Was ich jedoch noch in sehr guter Erinnerung habe, ist das anschließende Gespräch mit Landia Egal von Tiny Planets, die Umami zusammen mit ihrem Co-Regisseur Thomas Pons und übrigens auch in Koproduktion mit der DVgroup gemacht hat. Sie erzählte mir etwas mehr über die Entstehungsgeschichte von Umami:

Thomas Pons, ein Illustrator und 2D-Animations-Künstler, begann während eines Residenzprogrammes in Japan mit den ersten Bildern für Umami. Damals musste er gleich zwei Todesfälle in seiner Familie verarbeiten und machte Zeichnungen eines einsamen, einäugigen Mannes, der japanisches Essen probiert. Zurück in Europa traf er auf Landia Egal und beide beschlossen, daraus eine Geschichte und eine VR-Erfahrung zum Zusammenhang von Essen und Erinnerungen zu erschaffen. Sie machten sich den sogenannten Proust-Effekt zunutze, benannt nach der bekannten Geschichte aus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Swann kostet ein Madelaine und der Geschmack trägt ihn in eine lebendige Erinnerungswelt zurück.

Während sich die beiden Co-Regisseure mit Essen in Japan beschäftigten, realisierten sie, dass in Japan noch immer die Todesstrafe existiert. Um das ganze zum Extrem zu führen sollte es also das letzte Mahl werden. Sehr überzeugend fand ich im Übrigen die Idee, die VR-Brille und ihr nach oben ragendes Kabel als Galgenschlinge zu visualisieren.

Landia Egal sieht ihr Projekt auch als eine Kritik an der Todesstrafe. Denn in der Endversion der Erfahrung – das in Venedig ausgestellte Projekt war ein erster Versuch des Gesamtkonzeptes – werden sich die Zuschauer die Speisen selbst aussuchen können und somit auch bestimmen, welche Erinnerungen sie erleben werden. Das Leben vor dieser Henkersmahlzeit wird in jedem Durchlauf also eine andere Version sein, Interpretationen immer unterschiedlich, Fakten neu. Das Resultat, die Todesstrafe, ist es nicht.

Umami und The Horrifically Real Virtuality: die Gemeinsamkeiten

So unterschiedlich die beiden Stücke auch inhaltlich und visuell gestaltet sein mögen, sie haben mehrere Gemeinsamkeiten. Zum einen integrieren beide den Akt des Brille-Aufsetzens in ihre Geschichte. So wird das „in eine andere Welt Eintauchen“ gleich zwei Mal (oder sogar noch häufiger) ermöglicht. Vor allem aber rückt die Technik der Virtual Reality mehr in den Hintergrund und lässt dem Inhalt mehr Raum.

Bei beiden Stücken greifen die Realität und die Virtuelle Realität sehr stark ineinander: Die echten Umgebungen, hier der Raum meiner letzten Mahlzeit und die Kulisse des Film-Sets, werden in VR nachgebildet. In ihnen sind oft physische Objekten, die in der VR berührt und gebraucht werden können.

Schauspieler führen in diesen Welten in die Geschichte ein, so dass zuvor keine „plumpen“ Hintergrund-Fakten gegeben werden müssen. In The Horrifically Real Virtuality erschien einer der Schauspieler später auch – mit anderem Äußeren – in der virtuellen Welt. Das hatte mich schon bei Jack sehr begeistert. So machen die Schauspieler die Situation zu einem viel interaktiveren und intensiveren Erlebnis. Eines, für das ich definitiv Eintritt zahlen würde.

Ich hoffe, bald die Langversion von Umami und viele weitere immersive Theater-VR-Stücke erleben zu können. Es ist meiner Meinung nach das Spektakulärste, das das breite VR-Spektrum derzeit zu bieten hat.

Veröffentlicht von Pola Weiß

#Diplom-Psychologin #Filmtante #Kino-Binge-Gängerin #Fernseh- und Online-Redakteurin ## Ich liebe gut erzählte Geschichten, egal wo. Während meiner spannenden Arbeit als Medienarbeitsbiene (u.a. für SWR und arte) bin ich auf die unglaubliche Welt von Virtual Reality gestoßen. 2017 habe ich schließlich VR Geschichten gegründet und entdecke seitdem von Berlin aus die unendlichen VR Weiten.

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